Biotopverbund und Vogelschutz im Leipziger Auwald stärken – Wäldchen zwischen Capastraße und Cottaweg in das Schutzgebiet integrieren
Link zur Petition: https://www.openpetition.de/petition/online/biotopverbund-und-vogelschutz-im-leipziger-auwald-staerken-waeldchen-an-der-capastrasse-schuetzen
Wir fordern die Stadt Leipzig und alle Akteure auf, die Pläne zur Rodung des Wäldchens zwischen Capastraße und Cottaweg aufzugeben und die Fläche stattdessen dauerhaft als geschützten Bestandteil des Leipziger Auwaldes zu sichern.
Begründung
Das rund fünf Hektar große Waldgebiet hat sich über Jahrzehnte entwickelt und erfüllt heute wichtige Funktionen für Artenvielfalt, Klimaschutz und die ökologische Vernetzung im Leipziger Auwald. Bei einer Brutvogelkartierung des NABU wurden dort 38 Vogelarten nachgewiesen, allesamt besonders, zum Teil auch streng geschützte Arten sowie Arten, die als potenziell gefährdet auf der Vorwarnliste stehen.
Die Bedeutung des Gebietes reicht jedoch über den Artenschutz hinaus. Das Wäldchen bildet die letzte Waldverbindung zwischen dem nördlichen und südlichen Auwald und ist damit ein zentraler Bestandteil des Biotopverbundes. Solche Verbindungen sind wichtig, damit Tiere und Pflanzen zwischen beiden Gebieten wechseln können.
Leipzig steht darüber hinaus vor den Herausforderungen des Artensterbens und Klimawandels. In den letzten 10 Jahren hat unsere Stadt bereits über 350 Grünflächen verloren: www.nabu-leipzig.de/leipzig-schrumpft
Die Stadt Leipzig hat sich mehrfach zum Schutz der biologischen Vielfalt, zum Erhalt wertvoller Grünflächen und zur Stärkung des Stadtgrüns bekannt. Vor diesem Hintergrund ist die geplante Rodung eines ökologisch bedeutsamen Waldstücks nicht nachvollziehbar. Ein über Jahrzehnte gewachsenes Waldökosystem lässt sich durch Ausgleichsmaßnahmen oder Ersatzpflanzungen nicht ersetzen.
Deshalb fordern wir:
- den Verzicht auf die Rodung des Wäldchens zwischen Capastraße und Cottaweg.
- die dauerhafte rechtliche Sicherung des Wäldchens durch die Aufnahme in eine geeignete Schutzkategorie als wichtigen Bestandteil des Biotopverbundes im Leipziger Auwald.
- die transparente Einbindung von Umweltverbänden und der Öffentlichkeit in alle weiteren Planungen.
Leipzig braucht mehr Schutz für seine wertvollen Naturflächen – nicht deren weitere Zerschneidung. Das Wäldchen zwischen Capastraße und Cottaweg ist ein unverzichtbarer Baustein des Leipziger Auwaldes. Sein Erhalt stärkt den Biotopverbund, schützt die Artenvielfalt und dient den Menschen in unserer Stadt.
Bitte unterstützen Sie diese Petition und setzen Sie sich mit uns für den dauerhaften Schutz dieser wertvollen Waldfläche ein.
Zum Hintergrund: https://www.nabu-leipzig.de/stellungnahmen/kleinmesse/
Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung! Das Team des Arbeitskreises Ornithologie und Vogelschutz im Naturschutzbund (NABU) Leipzig.
Natur ist keine Manövriermasse! Stoppt den Waldverkauf am Cottaweg – Erhaltet den Naturraum
Link zur Petition: https://www.openpetition.de/petition/online/natur-ist-keine-manoevriermasse-stoppt-den-waldverkauf-am-cottaweg-erhaltet-den-naturraum
Wir fordern den Leipziger Stadtrat und Oberbürgermeister Burkhard Jung auf:
Lehnen Sie die Beschlussvorlage VIII-DS-02491 ab.
Kein Verkauf der Wald- und Sukzessionsflächen an der Capastraße an die Red Bull Betriebsanlagen GmbH. Kein Verlust eines ökologisch wertvollen Naturraums zwischen dem nördlichen und südlichen Leipziger Auwald.
Leipzig braucht mehr Natur, mehr Klimaschutz und mehr Biotopverbund – nicht weniger.
Begründung
Mit der Beschlussvorlage VIII-DS-02491 soll ein mehr als 57.000 m² großes Waldgebiet an der Capastraße an die Red Bull Betriebsanlagen GmbH verkauft werden. Tatsächlich betroffen ist jedoch ein deutlich größerer zusammenhängender Naturraum aus Wald- und Sukzessionsflächen, der sich über Jahrzehnte entwickeln konnte und heute wichtige Funktionen für Klima, Artenvielfalt und den Biotopverbund erfüllt.
1. Eine ehemalige Ausgleichsfläche wird erneut geopfert
Der Wald entstand als behördlich festgesetzte Kompensationsmaßnahme im Zusammenhang mit früheren Eingriffen in Natur und Landschaft. Solche Ausgleichsflächen sollen dauerhaft ökologische Funktionen sichern. Wenn selbst diese Flächen wieder beseitigt werden können, verliert das Instrument des Naturschutzausgleichs seine Glaubwürdigkeit.
2. Der Naturraum ist ein Schlüsselstück des Leipziger Auwaldes
Das Gebiet liegt an einer ökologisch sensiblen Stelle zwischen nördlichem und südlichem Leipziger Auwald. Es bildet einen wichtigen Wander- und Verbindungsraum für zahlreiche Tierarten. Eine weitere Verengung dieses ohnehin belasteten Korridors schwächt den Biotopverbund des Auwaldes nachhaltig.
3. Die ökologische Bedeutung wird kleingerechnet
In der öffentlichen Debatte wird meist nur die ausgewiesene Waldfläche genannt. Tatsächlich gehören auch die angrenzenden Sukzessionsflächen zu diesem gewachsenen Naturraum. Für Tiere, Pflanzen und das Stadtklima spielt die verwaltungsrechtliche Unterscheidung zwischen „Wald“ und „Sukzessionsfläche“ keine Rolle. Die Vorlage vermittelt jedoch den Eindruck, als beschränke sich der Eingriff auf die Waldfläche – dadurch wird das tatsächliche Ausmaß des Naturverlustes nur unzureichend sichtbar.
4. Wertvolle Ökosystemleistungen gehen verloren
Der bestehende Naturraum erbringt täglich Leistungen, die für Leipzig unverzichtbar sind:
- Kühlung des Stadtklimas an heißen Sommertagen
- Speicherung von CO₂ und Beitrag zum Klimaschutz
- Filterung von Feinstaub und Luftschadstoffen
- Rückhalt von Regenwasser und Entlastung bei Starkregen
- Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten
- Vernetzung ökologischer Lebensräume im Auwaldsystem
Diese Leistungen entstehen nicht kurzfristig neu. Ein neu angepflanzter Wald kann die Funktionen eines seit Jahrzehnten gewachsenen Naturraums auf absehbare Zeit nicht ersetzen.
5. Leipzig handelt gegen eigene Ziele
Die Stadt Leipzig hat sich in verschiedenen Planungen und Leitbildern zur Stärkung des Grünzugs am Cottaweg bekannt. Dieser Grünzug soll die Verbindung der Auwaldteile sichern und ökologische Funktionen stärken. Mit dem Verkauf und der Rodung dieser Flächen würde jedoch genau das Gegenteil geschehen: Statt den Grünzug zu entwickeln, würde ein zentraler Bestandteil dauerhaft verloren gehen.
6. Natur darf kein Haushaltskonsolidierer sein
In der Vorlage wird ausdrücklich auf die finanziellen Vorteile eines vollständigen Verkaufs verwiesen. Doch Naturflächen sind keine Reserveposition im städtischen Haushalt. Kurzfristige Einnahmen dürfen nicht wichtiger sein als der dauerhafte Schutz von Klima, Artenvielfalt und Lebensqualität. Ein einmal zerstörter Naturraum lässt sich nicht zurückkaufen.
